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Lernmodule

Lektionen, die man in einer Kaffeepause schafft

Hier finden Sie einen Einblick in alle sechs Module. Jeder Abschnitt fasst die Kernideen zusammen, die im Abo in sechs kurzen Lektionen mit Beispielen und Wissenstests vertieft werden.

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Modul 1: Grundlagen der Börse

Stufe 16 Lektionen · ca. 45 Min.Wissenstest je Lektion

Eine Börse ist ein organisierter Marktplatz, auf dem Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen nach festen Regeln gehandelt werden. Sie bringt Käufer und Verkäufer zusammen, sorgt für transparente Preise und überwacht, dass alle Teilnehmer dieselben Informationen über Angebote erhalten. In der Schweiz unterstehen Börsen wie die SIX Swiss Exchange der Aufsicht der FINMA.

Wie ein Kurs entsteht

Der Kurs ist kein von oben festgelegter Preis, sondern das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Im sogenannten Orderbuch stehen Kaufaufträge mit Preisobergrenzen und Verkaufsaufträge mit Preisuntergrenzen. Ein Geschäft kommt zustande, sobald sich beide Seiten auf einen Preis treffen. Wollen mehr Menschen kaufen als verkaufen, steigt der Kurs, bis sich wieder genug Verkäufer finden – und umgekehrt.

Die wichtigsten Ordertypen

  • Market-Order (Bestens/Billigst): wird sofort zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt. Schnell, aber der genaue Preis ist vorher nicht sicher.
  • Limit-Order: wird nur zu einem festgelegten Preis oder besser ausgeführt. Der Preis ist sicher, die Ausführung nicht.
  • Stop-Order: wird erst aktiv, wenn ein bestimmter Kurs erreicht ist – zum Beispiel, um einen Verlust zu begrenzen.

Merksatz: Ein Kurs zeigt, zu welchem Preis zuletzt gehandelt wurde – nicht, was etwas „wirklich wert“ ist oder morgen kosten wird.

Im Simulator üben

Modul 2: Charts lesen

Stufe 26 Lektionen · ca. 45 Min.Wissenstest je Lektion

Ein Chart stellt den Kursverlauf über die Zeit dar. Er sagt nichts über die Zukunft voraus, hilft aber, die Vergangenheit geordnet zu betrachten: Wie stark hat sich ein Wert bewegt? Gab es ruhige und unruhige Phasen?

Linien- und Kerzencharts

Der Linienchart verbindet die Schlusskurse einzelner Zeitabschnitte zu einer Linie – übersichtlich und gut für den groben Verlauf. Der Kerzenchart zeigt pro Zeitabschnitt vier Werte: Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss. Der dicke „Körper“ reicht von Eröffnung bis Schluss, die dünnen „Dochte“ markieren Hoch und Tief. Eine grüne Kerze schloss höher als sie eröffnete, eine rote tiefer.

Zeitachse und Massstab

Derselbe Kursverlauf kann je nach Zeitraum völlig unterschiedlich wirken. Ein Minus über eine Woche kann in einem Zehnjahreschart kaum sichtbar sein. Achten Sie ausserdem auf die Skala: Eine lineare Achse zeigt Punkte, eine logarithmische Achse prozentuale Veränderungen – bei langen Zeiträumen ist sie meist aussagekräftiger.

Typische Denkfehler

Das menschliche Gehirn sucht Muster – auch dort, wo der Zufall regiert. Der Simulator zeigt das eindrücklich: Seine Kurse sind rein zufällig erzeugt, und doch glaubt man darin Trends und „Unterstützungen“ zu erkennen. Wer Charts liest, sollte deshalb stets fragen, ob ein Muster belastbar ist oder nur zufällig aussieht.

Merksatz: Charts beschreiben, was war. Sie sind ein Werkzeug zum Verstehen, keine Prognose.

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Modul 3: Risikomanagement

Stufe 26 Lektionen · ca. 45 Min.Wissenstest je Lektion

Risikomanagement beginnt mit einer einfachen Frage: Wie viel kann ich bei dieser Entscheidung höchstens verlieren – und kann ich das verkraften? Wer diese Frage vorher beantwortet, entscheidet ruhiger und vermeidet einzelne Fehler, die alles zunichtemachen.

Positionsgrösse

Die Grösse einer Position bestimmt, wie stark sich eine Kursbewegung auf das Gesamtkapital auswirkt. Eine verbreitete Lernregel lautet, pro Idee nur einen kleinen, vorher festgelegten Anteil des Kapitals zu riskieren. Rechenbeispiel im Simulator: Sie kaufen 5 Einheiten zu 1'000 Lernpunkten und setzen den Stop bei 980. Das geplante Risiko beträgt 5 × 20 = 100 Lernpunkte, also 1 % des Startguthabens.

Stop-Marken und ihre Grenzen

Ein Stop schliesst eine Position automatisch, wenn ein festgelegter Kurs erreicht wird. Er ist ein Werkzeug der Disziplin, aber keine Garantie: Springt der Kurs über die Marke hinweg, wird zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt – der Verlust ist dann grösser als geplant. Fachleute nennen das Slippage.

Streuung

Wer sein Geld auf viele unterschiedliche Werte verteilt, verringert die Abhängigkeit von einem einzelnen Ereignis. Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn grosse Teile des Vermögens von derselben Entwicklung abhängen – etwa von einer Branche oder einem Land.

Merksatz: Erst das Risiko festlegen, dann die Menge berechnen – nie umgekehrt.

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Modul 4: Strategien verstehen

Stufe 36 Lektionen · ca. 45 Min.Wissenstest je Lektion

Eine Strategie ist ein Satz von Regeln, der festlegt, wann man handelt und wann nicht. Ihr Wert liegt weniger im „Geheimrezept“ als darin, dass sie Entscheidungen nachvollziehbar und überprüfbar macht.

Langfristiges Anlegen

Viele Privatanleger verfolgen einen langfristigen Ansatz: breit gestreut investieren, regelmässig Beträge einzahlen und Schwankungen aussitzen. Die Annahme dahinter ist, dass sich kurzfristige Ausschläge über lange Zeiträume ausgleichen können. Auch hier gilt: Es gibt keine Garantie, und Verluste über viele Jahre sind möglich.

Trendfolge und Gegenbewegung

Trendfolgende Ansätze gehen davon aus, dass eine Bewegung eine Zeit lang anhält. Gegenläufige Ansätze setzen darauf, dass übertriebene Bewegungen sich wieder umkehren. Beide funktionieren in manchen Marktphasen und scheitern in anderen – oft genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Regeln prüfen statt glauben

Schreiben Sie jede Regel so konkret auf, dass eine andere Person sie ausführen könnte: Einstieg, Ausstieg, Positionsgrösse. Im Simulator können Sie solche Regeln gefahrlos ausprobieren. Bedenken Sie aber: Ein gutes Ergebnis mit fiktiven Kursen beweist nicht, dass eine Regel an echten Märkten funktioniert.

Merksatz: Eine Strategie ist nur so gut wie ihre schwächste Phase – fragen Sie immer, wann sie versagt.

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Modul 5: Psychologie

Stufe 36 Lektionen · ca. 45 Min.Wissenstest je Lektion

Die grösste Fehlerquelle sitzt oft vor dem Bildschirm. Die Verhaltensökonomie hat eine Reihe von Denkmustern beschrieben, die rationales Handeln erschweren – auch bei Menschen, die die Theorie genau kennen.

Verlustaversion

Verluste schmerzen uns ungefähr doppelt so stark, wie gleich hohe Gewinne Freude bereiten. Die Folge ist der Dispositionseffekt: Gewinne werden zu früh mitgenommen, Verluste dagegen zu lange gehalten – in der Hoffnung, dass sich der Kurs schon erholen wird.

Bestätigungsfehler und Herdentrieb

Wer eine Meinung hat, nimmt bevorzugt Informationen wahr, die sie stützen. Gleichzeitig wirkt es beruhigend, das zu tun, was alle tun. Beides kann dazu führen, Risiken zu übersehen oder zu spät zu reagieren.

Routinen helfen

Ein Lernjournal ist das einfachste Gegenmittel. Notieren Sie vor jeder Übung im Simulator, warum Sie einsteigen, wo Ihr Stop liegt und was Sie erwarten. Werten Sie danach aus, ob Sie Ihrem Plan gefolgt sind – unabhängig davon, ob das Ergebnis positiv war. Auch Pausen nach mehreren Verlusten in Folge gehören zu einer gesunden Routine.

Merksatz: Bewerten Sie Entscheidungen nach ihrer Qualität, nicht nach ihrem zufälligen Ergebnis.

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Modul 6: Finanzinstrumente im Überblick

Stufe 16 Lektionen · ca. 45 Min.Wissenstest je Lektion

Finanzinstrumente unterscheiden sich darin, was man eigentlich besitzt, wie Erträge entstehen und welche Risiken bestehen. Wer diese Unterschiede kennt, kann Angebote besser einordnen und kritische Fragen stellen.

Aktien und Anleihen

Mit einer Aktie wird man Miteigentümer eines Unternehmens. Man ist an Gewinnen beteiligt, etwa über Dividenden, trägt aber auch das unternehmerische Risiko bis hin zum Totalverlust. Eine Anleihe ist dagegen ein Kredit an einen Staat oder ein Unternehmen: Man erhält in der Regel Zinsen und am Ende den Nennbetrag zurück – sofern der Schuldner zahlungsfähig bleibt.

Fonds und ETFs

Ein Fonds bündelt das Geld vieler Anleger und investiert es in zahlreiche Wertpapiere. ETFs sind börsengehandelte Fonds, die meist einen Index nachbilden. Sie ermöglichen eine breite Streuung mit einem einzigen Wertpapier; laufende Kosten und Marktrisiken bleiben aber bestehen.

Derivate und Hebel

Derivate sind Finanzprodukte, deren Wert sich von einem anderen Wert ableitet – etwa Optionen oder bestimmte Zertifikate. Viele von ihnen arbeiten mit einem Hebel: Kleine Kursbewegungen führen zu grossen Gewinnen oder Verlusten. Für Einsteiger sind solche Produkte besonders riskant, weil Verluste sehr schnell entstehen können.

Merksatz: Kaufen Sie nichts, dessen Funktionsweise und Kosten Sie nicht in zwei Sätzen erklären können.

Im Simulator üben
Mann liest konzentriert in einem roten Buch

So lernen Sie mit System

Planen Sie zwei bis drei kurze Einheiten pro Woche ein. Lesen Sie eine Lektion, lösen Sie den Wissenstest und probieren Sie das Thema anschliessend im Simulator aus. Nach jedem Modul lohnt sich ein Blick zurück: Welche Begriffe können Sie inzwischen in eigenen Worten erklären?

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